Wir werden nicht älter, wir werden nur noch besser…
einfach den Titel anklicken und zufrieden zuhören, Tom Astor singt ungefähr, was ich denke.
Alles was aktive Menschen interessiert, die das erste halbe Jahrhundert schon bewältigt haben.
Wir werden nicht älter, wir werden nur noch besser…
einfach den Titel anklicken und zufrieden zuhören, Tom Astor singt ungefähr, was ich denke.
Da hatte ich soeben ein interessantes Gespräch, es ging um eine Private Krankenversicherung. Erst wurden mir die Vorzüge und die günstigen Beiträge gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung geschildert, dann fragte ich nach Einschränkungen und Prämienerhöhungen für über 50-jährige.
Kurz und knapp die Antwort: für Asthmatiker z. B. wird der Beitrag etwas erhöht, für Raucher nicht. Wer aber – wie sehr viele Menschen, deren Gelenke durch langjährige Arbeit Verbrauchsspuren aufweisen – unter Arthrose leidet, hat keine Chance auf Beitritt. „Kein Privatversicherer wird Sie mit Arthrose in die Versicherung aufnehmen“, so die Aussage des Beraters. Also werden auch hier die „Alten“ als wertloser Ballast ausgeschlossen, und das sind nicht wenige, wie aus dem untenstehenden Text zu erfahren ist.
Die Arthrose als Verschleißerkrankung ist eine typische Erkrankung des Alters. Sie ist die weltweit eine der häufigsten Gelenkerkrankung des Erwachsenen. Da die durchschnittliche Lebenserwartung im vergangenen Jahrhundert stets gestiegen ist und zunehmend mehr Menschen den Lebensabschnitt mit dem größten Arthrose-Risiko erreichen, kann man die Arthrose sicherlich als Volkskrankheit bezeichnen.
Mehr als 50% der chronischen Erkrankungen bei über 60-Jährigen gehen auf das Konto von Arthrosen. Mit steigendem Alter nimmt die Erkrankungswahrscheinlichkeit deutlich zu. Frauen jenseits des 50.-60. Lebensjahres sind häufiger und intensiver betroffen als Männer. Dies gilt insbesondere für den Befall von Knie- und Fingergelenken.
Es gibt also doch noch Angebote für über 50-jährige!
Ja, das habe ich auch gedacht und mich schon gefreut – auch wenn sich gleich ein gewisses Misstrauen in die Begeisterung gemischt hat. Da scheint man tatsächlich reife Menschen zu suchen, die mit allen gesammelten Kompetenzen und Qualifikationen willkommen sind in der Berufswelt.
Mein Anruf dort hat mich allerdings ernüchtert. Man wollte mir keinerlei Auskunft über die Tätigkeit geben, da es sich um eine große Organisation im Bereich „Aktien und Aufklärung über die Zusammenhänge“ handelt und der Bewerber sich angeblich nur bei der nächsten Großveranstaltung ein Bild darüber machen kann. Eintritt 8,– €. Da frage ich mich schon, ob das etwa gar kein ernsthaftes Angebot war, sondern nur eine raffinierte Methode um mit den Teilnehmern der Veranstaltung Geld zu verdienen.
Gibt es hier einen Leser, der durch ein ähnliches Angebot eine gute Arbeit gefunden hat oder jemanden, der zu meinem Verdacht etwas schreiben kann? Jeder Kommentar ist willkommen und kann anonym abgegeben werden.
Das ist die Realität:
Auf schriftliche Bewerbungen per Mail (vor allem bei freiberuflichen Projekten), erhält man zu 98 % überhaupt keine Antwort. Auch dann nicht, wenn man mehrfach nachhakt.
Im seltenen Glücksfall wird man zu einem Vorstellungsgespräch (0,x %), eingeladen – und hört danach wochenlang nichts mehr. Erst bei mehrfachem Nachfragen erhält man eine lapidare Standard-Absage. Fragt man nach, welche Kriterien denn für die Einstellung ausschlaggebend waren, schüttelt man nur noch staunend den Kopf, denn die „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es einfach nicht. Und offiziell gibt kaum ein Entscheidungsträger zu, dass nicht nur das Uni-Studium, sondern gerade auch das Alter eine große Rolle bei der Stellenvergabe spielt.
Welch eine „Kultur“ hat sich da in den letzten Jahren in unserem Land breitgemacht! Gibt es das Wort „Wertschätzung“ nicht mehr in unserem Sprachgebrauch? Aus meiner Beratungstätigkeit weiß ich, dass beispielsweise bei einem namhaften Stuttgarter Unternehmen gerne Frauen ab 40 Jahren „ausgemustert“ werden. Wie dann die Chancen ab 50plus aussehen, muss nicht näher erläutert werden.
Es ist eine Schande, wie man mit Menschen 50plus umgeht. Kein Wunder, daß viele qualifizierte Arbeitnehmer auswandern.
GUTE NACHT, DEUTSCHLAND !!!
Was wollen die Arbeitgeber denn überhaupt?
Ist es denn wirklich die „eierlegende Wollmilchsau? Der junge dynamische Mensch, der trotz Abitur, Studium, jahrelanger Weiterbildung und viiiieeeel Erfahrung durch langfristige berufliche Einsätze immer noch 25 Jahre alt ist? Gut, maximal 30 Jahre aber mindestens 18 Jahre Berufserfahrung sollten es schon sein. Dazu noch ein akademischer Titel und die Gehaltsvorstellungen eines Hilfsarbeiters, dann hätten wir doch ein wahrliches Prachtexemplar. Und wenn dieser Idealarbeitnehmer sich dann dreist wagt zu bewerben, obwohl er doch schon über 50 ist, aber alle Anforderungen erfüllt? Ganz einfach:
Dann ist er eben überqualifiziert und deshalb nicht zu gebrauchen!
Ist Ihnen das auch schon passiert, daß Sie sich beworben haben weil Ihre Qualifikation genau zur Stellenausschreibung gepaßt hat, Sie sehr viel Erfahrung vorweisen können und Ihnen die Aufgabe ganz sicher Spaß machen würde? Sie sind lernbereit, motiviert und fühlen sich den Anforderungen gewachsen. Ihr besonderes Plus ist – aufgrund Ihres besonderen Alters – daß Sie durch Schwangerschaft und Kinderbetreuung wahrscheinlich nicht ausfallen werden.
Und dann haben Sie auf Antwort gewartet – und tun es noch heute!
Nicht einmal eine Nachricht, daß die Bewerbung angekommen ist, keine Rücksendung der Unterlagen und schon gar keine Angabe von Gründen haben Sie erhalten.
Wenn das bei Ihnen noch nicht geschehen ist – prima. Wenn doch, dann geht es Ihnen wie Tausenden! Immer wieder höre ich von frustrierten Arbeitsuchenden und auch ich vermute wie so viele: Die Bewerbungsmappen werden nach Geburtsdatum geordnet und ab einem bestimmten Jahrgang wird unbesehen aussortiert.
Oder?
Jugendliche Frische – mit der nötigen Reife
Neues wagen – mit wertvoller Lebenserfahrung
Flexibilität und Einsatzbereitschaft – mit bewährter Standfestigkeit
Motivation und Interesse – mit langjährig erworbenem Wissen
Im besten Alter also? Ja, das sollte man doch glauben dürfen, wenn man sich darüber klar wird, wie wichtig die Erfahrungen einiger Jahrzehnte für Beruf, Gesellschaft und Familie ist. Schaut man sich aber an, wie etwas reifere Menschen z. B. als Arbeitnehmer behandelt werden, dann drängt sich die bittere Wahrheit auf:
Über 50 – Im schwierigsten Alter!
November 22, 2008 um 1:57 Uhr nachmittags
Anonym